Thema : SEP 1580

Stufendrehversuch zur makroskopischen Prüfung
von Stählen auf nichtmetallische Einschlüsse

Die nachfolgende Beschreibung ist nicht der Text der Originalnorm oder Prüfanweisung sondern eine Zusammenfassung des Prüfverfahrens im allgemeinen, mit den wichtigsten Merkmalen wie Einsatzgebiet und Anwendungsweise mit zum Teil eigenen Interpretationen. Die genormten Hinweise und Daten zu diesem Thema entnehmen sie bitte der oben genannten Norm oder dem Stahl-Eisen-Prüfblatt.

Der in diesem Prüfblatt beschriebene Stufendrehversuch ist eine Prüfmethode zur Ermittlung makroskopischer nichtmetallischer Einschlüsse. An einer Probe werden durch Abdrehen zylindrische Stufen mit unterschiedlichen Durchmessern erzeugt.
Von den nach diesem Prüfverfahren zu untersuchenden Knüppeln oder Stäben werden ca. 250 mm lange Probestücke abgeschnitten. An diesen Probestücken werden drei 75 mm lange Stufen abgedreht. Die Durchmesser der Stufen betragen 90 , 70 und 50 % des Ausgangsquerschnitts. Bei einem 60 mm Stab wären die Stufen demzufolge 54 , 42 und 30 mm im Durchmesser. Beim Abdrehen ist darauf zu achten, dass die letzte Spanabnahme eine sehr feine und glatte Oberfläche ergibt, so das eine gute Beurteilung der Oberfläche möglich ist und die Einschlüsse gut zu erkennen sind.

Schematische Darstellung einer Stufendrehprobe :

Die Mantelfläche / Oberfläche der Probe wird mit dem bloßen Auge über den gesamten Umfang auf Anzeigen hin abgesucht. Nichtmetallische Einschlüsse heben sich dunkel von der blanken Stahloberfläche ab. Die in den 3 Stufen gefundenen Einschlüsse werden markiert und anschließend ausgezählt. Erfasst werden alle Einschlüsse mit einer Länge über 1,5 mm. Die Einschlüsse werden entsprechend ihrer Länge in Gruppen eingeteilt. Die Gruppen besitzen unterschiedliche Wertigkeiten / Kennzahlen.

Einteilung der Gruppen :

 

Einschlußlänge

Kennzahl

Gruppe 1

   über 1,5 bis 5 mm

3

Gruppe 2

   über 5 bis 10 mm

7

Gruppe 3

   über 10 bis 20 mm

15

Gruppe 4

   über 20 mm

30

Die Kennzahlen sind so aufgebaut, dass sie ungefähr der mittleren Einschlusslänge der Gruppe entsprechen. Dadurch ist statistisch gesehen eine sehr hohe Genauigkeit bei der Ermittlung des Endergebnisses gewährleistet.
Die Anzahl der Einschlüsse, die je Gruppe ermittelt wurden, wird mit der Kennzahl der betreffenden Gruppe multipliziert. Durch Addition der Teilergebnisse aller Gruppen und Stufen wird die Gesamtlänge aller nichtmetallischen Einschlüsse ermittelt.

Beispielauswertung an einer Probe 100 mm rund oder vierkant :

Probe D = 100 mm

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Gesamtergebnisse

Flächen in cm²

212

165

118

Gesamtfläche

495

 

Anzahl

Länge
in mm

Anzahl

Länge
in mm

Anzahl

Länge
in mm

Gesamtanzahl

Gesamtlänge
in mm

Gruppe 1

4

12

5

15

5

15

14

42

Gruppe 2

1

7

1

7

2

14

4

28

Gruppe 3

0

0

2

30

0

0

2

30

Gruppe 4

0

0

0

0

1

30

1

30

Insgesamt

5

19

8

52

8

44

21

130

Bei der Ausfertigung eines Untersuchungsberichts sind die Probenabmessungen sowie die Gesamtlänge und die Anzahl (entweder getrennt nach Klasse oder als Gesamtwert) der Einschlüsse aufzuführen.

Gelegentlich ist folgendes (nicht im SEP 1580) als Ergänzung zu lesen :
Die Probe kann auch elektrisch durchflutet und mit Magnetpulver bestreut (Pulver, trocken) oder übergossen (Emulsion, flüssig) werden (Magnetpulverprüfung) um die Materialfehler / Einschlüsse sichtbar zu machen.

.

 

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