ZTU-Schaubild isotherm

 

 

Bei einem isothermen ZTU-Schaubild wird der Zusammenhang zwischen der Haltetemperatur und der Haltedauer und dem Ablauf der Austenitumwandlung beschrieben. Die auf Austenitisierungstemperatur gebrachten Proben werden schnell auf eine bestimmte Temperatur abgeschreckt und anschließend über einen längeren Zeitraum bei dieser Temperatur gehalten. Die Umwandlung des Austenits beginnt erst nach einer gewissen Verzögerung, die von der Temperatur abhängig ist. Diese Verzögerung, Anlaufzeit genannt, nimmt mit zunehmender Unterkühlung zuerst ab und nach Erreichen eines Minimums wieder zu. Die Zeit zwischen dem Umwandlungsanfang und dem Umwandlungsende wird Umwandlungsgeschwindigkeit genannt. Das isotherme ZTU-Schaubild wird entlang der Haltetemperatur gelesen. Die im Diagramm dargestellten Zahlenwerte in den Feldern mit Gefügebezeichnungen geben die %-Anteile der verschiedenen Gefüge wieder. Die Werte am Ende der Abkühlkurven sind die zu erwartende Härte in HV des bei dieser Abkühlung entstandenen Gefüges. Hauptanwendungsgebiet eines isothermen Schaubilds ist die gezielte Umwandlung zu einem bestimmten Gefüge, z.B. bei der Zwischenstufenvergütung.
Erklärung zu Umwandlungspunkten :
"A" ist die Kennzeichnung für die Haltepunkte (arrest point) in einer Temperatur-Zeit-Kurve.
A1 Punkt = eutektoidische Umwandlung
A3 Punkt = (alpha-gamma)-Eisen-Umwandlung
Ac1 , Ac3 Punkt = Haltepunkte auf der Erhitzungskurve (c = chauffage)
Ar1 , Ar3 Punkt = Haltepunkte auf der Abkühlungskurve (r = refroidissement)
"Ac1" ist der untere Umwandlungspunkt der alpha-gamma-Umwandlung (Beginn der Austenitbildung) und "Ac3" ist der obere Umwandlungspunkt der alpha-gamma-Umwandlung (Ende der Austenitbildung).
Für jede Stahlsorte werden eigene ZTU-Schaubilder erstellt, da auch schon kleinere Unterschiede in der Austenitisierungstemperatur, sowie in der Analyse, die Gefügeumwandlung und die zu erreichende Härte beeinflussen.

 

 

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